INNOVATIONSNETZWERK FAVA-NET

UNSERE MISSION

Die Ackerbohne zu einem wichtigen Rohstoff für gesunde Ernährung und „grüne“ Produkte entwickeln.

Der hohe Proteingehalt und ihr ernährungsphysiologischer Wert prädestinieren die Ackerbohne zu einer neuen pflanzlichen Quelle funktioneller Proteinisolate, die bisher weder in Deutschland, noch anderswo genutzt wird.

 

Ziel des Netzwerks FAVA-NET ist es deshalb, neue Verfahren zur Verarbeitung von Ackerbohnen sowie neue gesunde Lebensmittel und innovative nachhaltige chemisch-technische Produkte auf der Basis der gewonnenen Proteinisolate, aber auch der wertvollen ballaststoff- und stärkehaltigen By-Produkte zu entwickeln und zu vermarkten und so eine einzigartige Wertschöpfungskette für Ackerbohnen aufzubauen.

 

 

DAS POTENTIAL

Ein Rohstoff mit vielen Vorteilen.

Ackerbohnen-Proteinisolat kann in einem relativ einfachen, einstufigen Verfahren in hoher Reinheit (Proteingehalt > 90%) gewonnen werden. Die Ausbeute ist dabei im Vergleich zu anderen Verfahren ungewöhnlich hoch.

 

Ackerbohnen-Proteinisolat ist im neutralen pH-Wert-Bereich vollständig löslich, zeichnet sich durch gute Klebeeigenschaften sowie gute Filmbildung und Emulgierbarkeit aus. Durch physikalische, chemische oder enzymatische Modifizierungen lassen sich die techno-funktionellen Eigenschaften weiter dem jeweiligen Verwendungszweck anpassen.

Für den Verbraucher sind folgende Eigenschaften besonders interessant:

  • pflanzliche Proteinquelle mit hohem Proteingehalt und ausgewogenem Aminosäurespektrum
  • reich an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, Mineralien und Ballaststoffen
  • Verzehr hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit
  • regional angebaut, auch in Bio-Qualität
  • nicht gentechnisch verändert
  • enthält keine (bekannten) Allergene
  • geringer ökologischer Fußabdruck
  • verbessert Bodenfruchtbarkeit und Humusbildung

DER ROHSTOFF

Eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Die Ackerbohne (Vicia faba), auch Saubohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne oder Puffbohne genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Leguminosen.

 

Man geht davon aus, dass sie bereits im späten Neolithikum (4.000 – 3.000 v. u. Z.) angebaut wurde. Im alten Ägypten wurden geschälte Bohnen als Opfergabe für den Nilgott verwendet, die Römer brachten Bohnenopfer, um die Lemuren, die römischen Totengeister, zu versöhnen. Wer sich für ein öffentliches Amt zur Wahl stellte, versuchte durch Verteilung von Bohnen das Volk für sich günstig zu stimmen.

 

Der Ertrag beträgt zwischen 15 und 70 dt/ha Anbaufläche. Die Bohnen enthalten etwa 25 bis 30 % Protein, 1 bis 2 % Fett, 40 bis 50 % Kohlenhydrate, darunter Stärke und Ballaststoffe, sowie Wasser. Ackerbohnen unterscheiden sich hinsichtlich der Gehalte an Tanninen sowie an Vicin und Convicin.

 

Sie haben höhere Ansprüche an die Standort- und Bodengüte und verlangen mittlere bis schwere Standorte mit einer ausreichenden Wasserversorgung. Die Anbaufläche ist in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind die EU-Direktzahlungen innerhalb des sog. „Greenings“. Landwirte schätzen die Ackerbohne aber auch wegen ihrer positiven Fruchtfolgeeigenschaften. Ackerbohnen binden, wie andere Leguminosen auch, den Stickstoff aus der Luft und machen ihn für nachfolgende Früchte nutzbar.

 

In 2017 wurden 186.100 t Ackerbohnen in Deutschland geerntet, 32.400 t mehr als im Vorjahr. In 2018 betrug die Erntemenge zwar nur 154.300 t, die befürchteten massiven Ertragsausfälle wegen der lang anhaltenden Trockenheit konnten aber durch die Ausdehnung der Anbaufläche um 20 % kompensiert werden.

DIE WERTSCHÖPFUNG

Von der Pflanze bis zum Produkt, abfallfrei.

Die im Jahre 2017 gegründete Fava-Trading GmbH & Co. KG, Balje verarbeitet als einziges deutsches Unternehmen Ackerbohnen für Lebensmittelzwecke. Die Bohnen werden nach Qualität klassiert, nach Größe und Farbe sortiert, geschält und gesplittet und nach Kundenwunsch verpackt. Ackerbohnen-Proteinisolate sind bislang nicht verfügbar.

 

Innerhalb des Netzwerkes FAVA-NET sollen deshalb

 

  • neue und verbesserte Verfahren zur Verarbeitung von Ackerbohnen zu funktionellem Proteinisolat
  • neue Anwendungen von Ackerbohnen-Proteinisolat als wesentliche Funktions-Komponente in (möglichst clean label) Lebensmitteln, industriellen Bindemitteln, Klebstoffen und Schmierstoffen  sowie in der Medizintechnik,
  • neue Anwendungen für die ballaststoff- und stärkereichen By-Produkte der Herstellung von Ackerbohnen-Proteinisolat,
  • und auch neue, auf die jeweiligen Bedarfe zugeschnittene Ackerbohnensorten und ggf. neue, ökologisch und ökonomisch verbesserte Produktionsmethoden des Anbaus von Ackerbohnen

entwickelt und kommerzialisiert werden.

DAS NETZWERKMANAGEMENT

Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e. V. (PPM)

PPM ist eine im Jahr 1993 gegründete private außeruniversitäre Industrieforschungseinrichtung und gehört zur ZUSE-Gemeinschaft. PPM betreibt Auftragsforschung für die Industrie, sowohl für KMU als auch Großunternehmen, und bearbeitet geförderte industrienahe Forschungsprojekte. Ziel des PPM ist die Entwicklung von Produkten und Verfahren für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie als auch für chemisch-technische Anwendungen. Basis dieser Entwicklungen sind biologische Materialien incl. By-Produkte und Abfälle, aus denen Öle und Fette, Proteine sowie weitere sekundäre Inhaltsstoffe extrahiert und in Anwendungen gebracht werden.

Die Arbeitsgruppe „Pflanzliche Proteine“ des PPM verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Gewinnung von Ackerbohnen-Proteinisolaten und deren industrieller Nutzung.

 

PPM verfolgt als gemeinnützige Forschungseinrichtung keine Gewinnerzielungsabsichten. Eine Beteiligung an den durch das Netzwerk erzielten Ergebnissen wird nicht erfolgen. PPM versteht sich als Dienstleister der dem Netzwerk angehörenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um die Netzwerkarbeit zu koordinieren, kann aber auch als Projektpartner auftreten, wenn seine fachlichen und wirtschaftlichen Kompetenzen bei der Bearbeitung spezieller Kooperationsprojekte erforderlich sind.

Dr. Frank Pudel

Tel. +49 (0)391 8189-167

pudel@fava-net.de

Anke Rehwald-Faupel

Tel. +49 (0)391 8189-251

rehwald-faupel@fava-net.de

 

DER TRÄGER

ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Das Innovationsnetzwerk FAVA-NET® wird über das ZIM-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) gefördert. Das bundesweite technologie- und branchenoffene Förderprogramm fordert und motiviert kleine und mittelständische Unternehmen zu mehr Entwicklungen und Innovationen. Damit unterstützt ZIM die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, schafft und sichert nachhaltig Arbeitsplätze.